Verfasst von: leitkulturfreiheit | 17. Juni 2013

Der 17. Juni ist der wahre deutsche Feiertag

Vielleicht braucht es den Abstand von 60 Jahren zu dem auslösenden Ereignis dieses Feiertags oder den Abstand von 24 Jahren zu dem Ereignis, das ihn zu Unrecht wieder in Vergessenheit geraten ließ.

Vielleicht braucht es auch persönliche Erfahrungen mit offener oder schleichender Repression, um die Geschehnisse am 16. und 17. Juni 1953 als die bedeutende Bewegung würdigen zu können, die sie waren. Ich denke da momentan an das zufällige Zusammenfallen in diesem Jahr mit der Protestwelle in der Türkei, die sich ebenfalls aus einem zunächst begrenzten konkreten Anlass heraus explosionsartig entwickelte und innerhalb weniger Wochen zu einer Bewegung mit weitreichenden politischen Forderungen wurde. Auch sie trifft auf massive Unterdrückung durch Polizei und Militär und ist auf dem besten Wege, ebenso niedergeschlagen zu werden wie der Volksaufstand damals in Ostdeutschland.

Die repressiven Zustände in unserem Land sind weder mit der Ulbricht-Diktatur noch mit der Erdogan-Herrschaft vergleichbar. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, die aufmerken lassen. Heute geschieht die Knebelung des Volkes allerdings nicht durch Verfügungen der von einer Besatzungsmacht eingesetzten Institutionen, sondern durch Gesetze, Verordnungen, Rechtsbrüche und Souveränitätsverzicht gewählter Volksvertreter. Das lullt ein, lässt vermuten, dass alles immer noch demokratisch abläuft und deshalb nicht so schlimm werden kann. Es lässt vielleicht lange darüber hinwegsehen, dass es von Arbeitsnormerhöhungen, die das Volk schwer treffen, bis zu Energiepreiserhöhungen, die das Volk schwer treffen, kein allzu weiter Weg ist.

2013 ist nicht 1953 – Panzer brauchen in der Bunten Republik Deutschland nicht aufzufahren. Warum nicht? Der ökologisch-industrielle Komplex an der Macht weiß sehr genau, dass es heute in Deutschland keinen Aufstand mehr geben wird. Viele im Volk murren, die meisten aber werden abwarten, ob die Regierung nicht nach der nächsten Wahl doch wieder ein paar Wahlgeschenke verteilt, ein paar Kamelle, garniert mit schönen Worten.

Gerade deshalb ist der 17. Juni als Gedenktag so wichtig. Er erinnert uns daran, dass Empörung sich von einem bestimmten Punkt an nicht mehr beschwichtigen lässt, dass das Bedürfnis nach Freiheit nicht dauerhaft unterdrückt werden kann, dass Demokratie mehr ist, als einen Wahlzettel in irgendeine Urne (sic!) zu werfen. Und er erinnert uns an die Zusammengehörigkeit aller Deutschen – und an einen Spruch, der vor 24 Jahren geboren wurde und zu Deutschland gehört wie kaum etwas anderes: „WIR SIND DAS VOLK!“

Das lasst uns feiern.

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Verfasst von: leitkulturfreiheit | 19. Mai 2013

Pfingsten für nicht Gottgläubige

Fünfzig Tage dauerte die Verarbeitung eines einschneidenden Erlebnisses. Fünfzig Tage, bis die Augenzeugen darüber sprechen und ihre Erfahrungen weitergeben konnten. Fünfzig Tage, bis ein innerer Eindruck reif war, in die Außenwelt getragen zu werden.

Papst Franziskus rief zu „Mut und Geduld bei der Weitergabe des Glaubens“ auf – Übersetzung für alle außerhalb der religiösen Sphäre: „Mut und Geduld bei der Äußerung ihrer Überzeugungen„.

Spontan fallen mir dazu zwei aktuelle Beispiele ein. Das eine ist die Standfestigkeit von Michael Stürzenberger und seinen Mitstreitern, die bei der einfachen Ausübung des demokratischen Rechts, Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen ein Islamzentrum in München zu sammeln, ein Ausmaß an Drohungen und Hass erfahren, das nicht nur allen demokratischen Spielregeln widerspricht, sondern unseres Landes unwürdig ist.
Ein Beispiel: http://www.pi-news.net/2013/05/moslemin-in-munchen-wenn-die-polizei-nicht-da-ware-wurden-wir-sie-wegbomben/#more-325157

Das zweite Beispiel betrifft die junge Partei „Alternative für Deutschland„, die sich zum Ziel gesetzt hat, die deutsche Euro-Finanzpolitik wirtschaftlich und politisch zu kritisieren und einen Kurswechsel anzustreben. Auch hier die einfache Ausübung eines demokratischen Rechts – einen sachlich begründeten Vorschlag für eine Politikänderung zu machen und sich gemäß ordentlichen demokratischen Verfahren dafür Unterstützung zu suchen. Auch hier der Versuch – durch fast alle Medien in befremdlichem Schulterschluss mit den Konsensparteien – der Versuch, die AfD allein wegen dieses Vorschlags niederzumachen, zu verleumden und jede Diskussion über politische Alternativen im Keim zu ersticken.
Eine gute Analyse findet sich hier: http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M56ce0fc9720.0.html

Angesichts solcher Vorgänge kann ich nicht umhin, an einige moderne Versionen der Pfingstbotschaft zu denken.
Die eine ist bekannt: „Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!“
Eine andere las ich dieser Tage auf einem Schild in einem Schaufenster:
Geist ist geil

In diesem Sinne wünsche ich allen ein anregendes Pfingstfest!

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Verfasst von: leitkulturfreiheit | 8. Mai 2013

Ein Tag für die Freiheit

Heute ist der 8. Mai – und die meisten, die man fragt, wissen mit diesem Datum nichts anzufangen.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2010 ergab: „Knapp die Hälfte der Bundesbürger (45 Prozent) kann die Frage nicht beantworten, was am 8. Mai 1945 in Deutschland geschah. … Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen wussten nicht, dass die Wehrmacht an dem Tag bedingungslos kapitulierte und somit der Zweite Weltkrieg in Europa beendet wurde.“ (Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/umfrage-zum-weltkriegsende-8-mai-war-da-was-1564246.html) Erst recht dürfte ihnen die frühere langjährige deutsche Debatte darüber, ob dies eher als Tag der Befreiung oder als Tag der Kapitulation zu bewerten sei, gänzlich unvertraut sein.

Zu dem zweiten weltgeschichtlichen Ereignis habe ich gar keine Umfrage gefunden. Die Gründung des Staates Israel am 8. Mai 1948 scheint für die Deutschen – jedenfalls für ihre Meinungsindustrie – nicht von Bedeutung zu sein, auch wenn sie natürlich eine unmittelbare Folge des Endes der NS-Diktatur in Deutschland war.

Israel ist im gesamten Nahen und Mittleren Osten die einzige Demokratie, das einzige Land, in dem eine freiheitliche Lebensweise unabhängig von Herkunft und Religionszugehörigkeit möglich ist – und es ist zugleich das sowohl von allen seinen Nachbarn als auch von „Israelkritikern“ in aller Welt am heftigsten angefeindete Land der Erde. Israel weiß sich zum Glück zu wehren und könnte uns durchaus als Vorbild für die aktive Verteidigung der Demokratie, die einstmals beschworene „wehrhafte Demokratie“ dienen (Quelle: http://www.kas.de/wf/de/71.6249/.

Wie es mit Europa ohne das Ende der NS-Diktatur weitergegangen wäre, ist schlicht nicht vorstellbar. Aber es ist sehr klar, dass ohne Israel die islamische Welt mit ihrem düsteren und gewalttätigen Menschen- und Gesellschaftsbild längst überall bis an die Grenzen Europas vorgerückt wäre, sehr wahrscheinlich bereits darüber hinaus.

So gesehen, ist der 8. Mai ein Tag für die Freiheit Europas und der westlichen Welt. Er verdient, dass man sich nicht nur offiziell, mit Kranzniederlegungen und Trara an ihn erinnert, sondern ihn zum Anlass nimmt, über die heute notwendige Verteidigung unserer Gesellschaftsordnung nachzudenken.

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Verfasst von: leitkulturfreiheit | 5. Mai 2013

Einmal Pastor, immer Pastor?

Bundespräsident Gauck, der einstmals der „Bundespräsident der Herzen“ war, hat sich dieser Tage zur Causa Hoeneß geäußert. In einem Interview mit dem stern sagte Gauck: „Wer Steuern hinterzieht, verhält sich verantwortungslos oder gar asozial“ (Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/joachim-gauck-im-stern-interview-wer-steuern-hinterzieht-verhaelt-sich-asozial-2004725.html). Starke Worte für jemanden, dessen Funktion gewöhnlich mit der eines „Staatsnotars“ recht treffend beschrieben wird. Hat man je von einem Notar gehört, der einem Mandanten derart die Leviten gelesen hätte?

Der Blick des Bundespräsidenten ist auf den Staat als Ganzes und auf seine Organe gerichtet, er vertritt die Bundesrepublik völkerrechtlich – und seit Richard von Weizsäcker äußert er sich gelegentlich auch zu inneren Fragen des „Gemeinwesens“ und seiner Entwicklung. Aus gutem Grund soll der Bundespräsident aber weder Richter noch Schlichter, weder Prediger noch Büßer sein.

Hat da jemand Amt und Person verwechselt oder gar gleichgesetzt?

Ist da der ehemalige Pastor mit Joachim Gauck durchgegangen? Hat er den bequemen Sessel gegenüber dem stern-Journalisten mit der Kanzel und Bellevue mit Versailles verwechselt? Ist ihm die Unterscheidung zwischen Gemeinde und Volk innerhalb der erst wenigen Monate seiner Amtszeit abhanden gekommen? Hat er – wie schon sein Vorgänger Christian Wulff – vergessen, dass der Bundespräsident nicht nur überparteilich zu handeln hat, sondern dass es zudem auf seine persönliche Meinung und Wertung nicht ankommt?

Herr Pastor, die Wahl des Wortes „asozial“, das sowohl bei den Nazis (den echten) als auch in der DDR in höchst unrühmlichem Kontext verwendet wurde, lässt Zweifel an Ihrem Amtsverständnis aufkommen. Wenn ich außerdem an den unfassbaren, die Realität komplett auf den Kopf stellenden Satz in Ihrer Weihnachtsansprache 2012 denke („Sorge bereitet uns auch die Gewalt: in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben“), bereitet es mir Sorge, dass Sie offenbar ernsthaft der Ansicht sind, das Volk gehöre gemaßregelt, damit es nicht vom rechten Wege abkomme.

Frauke Petry, eine der Parteisprecher der neu gegründeten „Alternative für Deutschland“, hat gesagt: „Wenn man die Wende 1989 miterlebt hat, ist man für die Demokratie besonders sensibilisiert.“ Jedenfalls so lange, bis man selbst in deren Führungsetage eingezogen ist und die offenbar stickige Luft des politischen Elfenbeinturms den Blick trübt.

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Verfasst von: leitkulturfreiheit | 27. April 2013

Wer A schreit, muss sich auch B ansehen

Der Fall Hoeneß: Eine persönliche Tragödie für einen Mann, der mehr für Deutschland getan hat als vermutlich alle seine Kritiker zusammen.
Ein gefundenes Fressen für die Propagandamedien, die mittelmäßigen Schreiberlinge und Politikdilettanten und ihre Lust an der Empörung über alle, die es wagen, fähig und erfolgreich und auch noch reich zu sein.

Die beliebte Bezeichnung als Steuersünder zeigt, dass die Hatz längst religiöse Züge trägt. Das „Kreuzige ihn“, nachdem die eigenen Hände in politkorrekter Unschuld gewaschen wurden.

Abgesehen davon, dass niemand den Sachverhalt genau kennt und sich deshalb mit Urteilen zurückhalten sollte, und abgesehen von diesen entwürdigenden Hasstiraden gegen einen Mann, der im Laufe seiner erfolgreichen Unternehmertätigkeit sicher Hunderte von Millionen Steuern gezahlt oder generiert hat, wird der Fall Hoeneß hoffentlich eine längst überfällige Debatte befördern:

Wer über Steuerhinterziehung spricht, muss auch über Steuergerechtigkeit sprechen. Die gut verdienenden und vermögenden Menschen, die ich kenne, haben nichts dagegen, hohe Steuern zu zahlen – weil sie es können. Sie haben aber sehr wohl etwas dagegen, immer mehr und immer höhere Steuern zu zahlen, um zunehmende Misswirtschaft sowie eine ausufernde Sozialindustrie zu finanzieren. Sie haben außerdem etwas dagegen, diese Steuern an einen Staat zu zahlen, der selbst fortgesetzt Rechtsbrüche begeht – vom Ankauf gestohlener „Steuer-CDs“ (vulgo Hehlerei) bis zur offenen Verletzung von EU-Verträgen zum Nachteil Deutschlands.

Wer über Steuerhinterziehung spricht, muss auch über Steuerverschwendung sprechen. Zum Beispiel bei der Hamburger Elbphilharmonie: 789 Millionen Euro statt ursprünglich geplanter 77 Millionen Euro (Quelle: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/KULTUR/Scholz-Elbphilharmonie-wird-789-Millionen-Euro-kosten-artikel8358383.php). Oder beim Berliner Großflughafen: vielleicht 10 Milliarden statt der ursprünglich geplanten 3 Milliarden – nichts Genaues weiß man nicht, weil nicht einmal klar ist, was alles eigentlich fehlt oder anders gebaut werden muss. Schließlich Stuttgart 21: Voraussichtlich 2 Milliarden mehr als die ursprünglich geplanten 4,5 Milliarden – oder auch mehr, je nachdem, ob es denn nun ein unterirdischer oder ein oberirdischer Bahnhof sein soll oder wie lange damit noch herumgehampelt wird.

Und der größte Batzen: Deutschlands Target 2-Salden – das, was Deutschland letztlich nicht bekäme, falls seine südeuropäischen Schuldner ausfallen, was sie früher oder später tun werden, weil ihnen wirtschaftlich gar kein anderer Weg bleibt. Im Februar waren das 612,5 Milliarden Euro (Quelle: http://www.querschuesse.de/target2-salden/). Mindestens die Hälfte davon ist auf die unverantwortliche „Rettungspolitik“ des Staates zurückzuführen, der jedoch bei seinen eigenen Bürgern unverfroren sofort Säumniszuschläge für jede verspätete Steuerzahlung erhebt.

In allen diesen Fällen wird keiner der politisch Verantwortlichen abgesetzt, geschweige denn verantwortlich gemacht oder gar bestraft. Da nehmen sich ein paar unversteuerte Kapitalerträge eines Uli Hoeneß vergleichsweise wie Peanuts aus.

Kein schönes Gefühl, in einem Land mit einer solchen Mischung aus Inkompetenz und Heuchelei zu leben.

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Verfasst von: leitkulturfreiheit | 22. April 2013

Sprachliche Feinheiten

Die „Alternative für Deutschland“ – die neu gegründete Partei, die sich zum Ziel gesetzt hat, den verkrusteten Parteienblock aufzubrechen – stößt auf viel Zustimmung, aber auch auf sofortige heftige Gegnerschaft in den Medien, obwohl sie bisher noch nicht einmal Gelegenheit hatte, irgendetwas zu tun, was eine so massive Ablehnung rechtfertigen würde.

In den Augen mancher „Meinungsmacher“ scheint schon ihre bloße Existenz die Alternative und andere, die der unheilvollen Entwicklung des Euro und Europas nicht tatenlos zusehen wollen, zu diskreditieren. Anfangs wurden sie „Euroskeptiker“ genannt. Dann hießen sie korrekt die „Eurokritiker„. Kurz darauf waren sie schon die „Eurogegner“ – und soeben wurden sie zu „Eurohassern“ befördert (Bild.de vom 22.4.13 – Quelle: http://www.bild.de/politik/inland/alternative-fuer-deutschland/alternative-fuer-deutschland-schon-bei-fuenf-prozent-30103074.bild.html). Starke Worte, von der üblichen selbstgerechten Moral triefend und sachlich gänzlich unbegründet. Woran erinnert das? Richtig, an eine andere in der Konsensdemokratie unerwünschte Gruppe: die Islamkritiker, die ebenfalls mit solchen sprachlichen Feinheiten innerhalb kürzester Zeit von der breiten Plattform legitimer demokratischer Kritik in die rechte Schmuddelecke befördert wurden.

Sollte das Spiel nach den gleichen Regeln weitergehen, werden die Eurokritiker demnächst wohl als „Europhobe“ tituliert werden – damit sie, dergestalt pathologisiert, vielleicht doch noch unwählbar werden – und damit wäre dann für alle sichtbar, wie viel Angst die Konsensdemokraten vor der Alternative und der Wahlfreiheit haben.

Nur dass diesmal die Methode „Haltet den Dieb“ nicht mehr so recht funktionieren wird. Denn das Volk ist zwar manchmal leichtgläubig und bequem, aber so dumm dann doch nicht, dass es auf solch plumpe sprachliche Tricks zweimal hereinfiele.

Verfasst von: leitkulturfreiheit | 16. April 2013

Provokation!

Die freie Gesellschaft ist so provozierend. Sich frei bewegen zu können, ist schon an sich ein Symbol – ganz gleich, ob man nur in ein Auto steigt oder einen Marathon läuft. Sich kleiden können, wie man will, ist eine Provokation – Frauen in kurzen Hosen und mit nackten Armen, Männer in kurzen Hosen und mit nackten Armen. So provozierend ist es, dass in einer freien Gesellschaft niemand sein Gesicht verhüllen muss, die Menschen heiraten, wen sie wollen, glauben, was sie wollen, über ihren Präsidenten schimpfen dürfen, wenn ihnen danach ist. Dass sie malen, tanzen, lesen und sich bilden dürfen – und wollen –, ihren Fähigkeiten nachgehen und ihren eigenen Lebensentwurf verwirklichen können.

So eine ungeheure Provokation sind die vielfältigen Möglichkeiten, frei zu leben – so unerträglich für die Feinde der freien Welt, dass sie Terror und Schmerz verbreiten müssen, um das aushalten zu können. Wie schwer muss es sein, in einer kleingeistigen, ungebildeten und mittelalterlich engen Umgebung zu leben und gleichzeitig täglich im Fernsehen und Internet die schier unendlichen Facetten einer offenen Gesellschaft vorgeführt zu bekommen, die das Individuum achtet, für die Selbstbewusstsein ein Wert ist, die persönliches Bemühen belohnt. Eine Welt, in der Menschen glücklich sind und lachen und sich freuen über das, was sie erreicht haben, und sich mit anderen freuen, die etwas erreicht haben.

So eine ungeheure Provokation für die Terroristen, dass sie diese Bilder eines unabhängigen Lebens unbedingt vernichten wollen – durch Bomben gegen Menschen, die so frei und stark sind, einen Marathon zu laufen. Aber in sich selbst werden sie diese Bilder niemals auslöschen können. Die freie Gesellschaft ist provozierend, verlockend – und unzerstörbar.

Verfasst von: leitkulturfreiheit | 15. April 2013

Die Freiheit, eine Alternative zu haben

Es gibt vermutlich so viele Definitionen für Freiheit, wie es Menschen gibt, die darüber nachdenken. Sehr allgemein gesagt, bedeutet Freiheit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

Das gilt für Trivialitäten wie etwa die freie Auswahl zwischen verschiedenen Waschmitteln und ich will nicht gänzlich ausschließen, dass es persönlich sogar glücklich machen kann, z.B. endlich das „richtige“ Waschmittel gefunden zu haben.

Wirklich bedeutsam wird die Freiheit der Wahl natürlich jedoch erst im gesellschaftlichen und politischen Bereich.

Ich bin im westlichen Teil Deutschlands aufgewachsen und habe immer hier gelebt. Als 1989 die Mauer fiel, habe ich mit leichter Verwunderung die Berichte über Menschen gelesen, die aus der DDR zu Besuch in die Bundesrepublik strömten und als erstes nicht etwa die Buchläden oder Zeitungsstände, sondern die Supermärkte stürmten und Orangen und Bananen kauften. Zentnerweise Bananen – so viele, dass mancherorts in Grenznähe Bananen ständig ausverkauft waren.

Damals war ich überzeugt, dass das Wichtigste an der Freiheit die Möglichkeit sei, lesen zu können, was man will, sich informieren zu können, wie man will, offen Ideen aufgreifen zu können, die einen ansprechen und über die man sich austauschen will.

Heute verstehe ich das mit den Bananen, glaube ich. Es ging und geht immer um die Wahlmöglichkeit – aussuchen zu können, tun zu können, was den eigenen Bedürfnissen entspricht, ohne dass jemand mir vorschreibt, was gut für mich ist. Das ist es, was glücklich macht.

Der Preis und die unheilvolle Folge der deutschen Wiedervereinigung war leider auch, dass Deutschland in die EU und später in die Euro-Zwangsjacke gezwungen wurde. Offiziell gibt das kaum jemand zu, aber die Möglichkeit, nein zu sagen, gab es damals nicht. Hätte die Bundesrepublik sich ohne Zwang entscheiden können, lieber die bis dahin gut funktionierende EWG beizubehalten und zu verbessern, würde ganz Europa heute freier leben.

Damit einher ging in den letzten Jahren ein geradezu unheimliches Schwinden der Alternativen im gesellschaftspolitischen und parteipolitischen Bereich. Nicht nur, dass die in den Parlamenten vertretenen Parteien sich inhaltlich immer ähnlicher wurden und werden – auch ihre Vorfeldorganisationen von der so genannten „Antifa“ über die Integrationsindustrie bis zur evangelischen Kirche setzten und setzen alles daran, bestehende Alternativen einzuschränken, zu behindern oder so zu diffamieren, dass sie irgendwann so unwählbar und unlebbar werden wie seinerzeit alles, was nach „Klassenfeind“ roch. Die DDR lässt grüßen.

Vielleicht ist es auch diese Erfahrung, zwar formelle, aber keine inhaltlichen Alternativen mehr zu haben, die zu der deutlich spürbaren Aufbruchstimmung weiter Kreise im Umfeld der neu gegründeten „Alternative für Deutschland“ führte. Die Freiheit, eine Alternative zu haben, sich für einen anderen als den offiziell „empfohlenen“ Lebens- und Politikentwurf entscheiden zu können – ohne dabei gleich wieder den Preis und die Erfolgsaussichten kalkulieren und nachweisen zu müssen. Die Freiheit, ein Programm zu wählen, das in dem stetig nach links gerückten Parteien-„Spektrum“ schon lange nicht mehr vorgesehen war.

Freiheit heißt, sich gemäß seiner Überzeugung entscheiden zu können.
Freiheit heißt, eine positive Wahl zu treffen.
Freiheit heißt, eine Alternative zu haben.

Verfasst von: leitkulturfreiheit | 13. April 2013

Der Prophet und das eigene Land

Mk 6:4 „Nirgendwo gilt ein Prophet weniger als in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner eigenen Familie.“

Wie es mit Sarrazins Familie bestellt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass er spätestens seit seinem ersten Buch „Deutschland schafft sich ab“ in Deutschlands Medien- und Meinungsindustrie geschmäht wird, als hätte er ein Verbrechen vergangen, ist offenkundig. Allmählich kristallisiert sich aber auch heraus, dass er mit diesem Buch durchaus prophetische Qualitäten bewies: Die von ihm beschriebenen Tendenzen, insbesondere hinsichtlich der Integration(sfähigkeit) mohammedanischer Migrantengruppen, ihrer Inanspruchnahme von Sozialleistungen und den damit verbundenen Kosten, haben sich seit dem Erscheinen des Buches 2010 verstärkt.

Dennoch hat er bisher in Deutschland nicht die öffentliche Würdigung erfahren, die einem Autor – gleich welcher Couleur – geschuldet wird, wenn sich seine Analysen gesellschaftlich relevanter Zustände als richtig herausstellen. Es ist allenthalben nach wie vor von „Sarrazins Thesen“ die Rede, obwohl er nie Thesen vorgelegt hat, sondern nachprüfbare statistische Ergebnisse und Fakten.

Anfang April nun wurde Sarrazin in Kopenhagen von der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit (Trykkefrihedsselskabet) der Sappho-Preis für Meinungsfreiheit verliehen, begründet mit seinem Eintreten für das Recht der Redefreiheit. (Quelle: http://www2.europenews.dk/de/node/10221)

Nach der ersten Freude über diese Auszeichnung eines mutigen Mannes, dem seine Überzeugungen wichtiger waren als seine Karriere, fielen mir gleich mehrere andere Dinge dazu ein:

Erstens: Haben Sie in den „großen“ Zeitungen dieses Landes irgendetwas darüber gelesen? In den Zeitungen, die sonst schon mal melden, dass sich irgendein Bundestags-Hinterbänkler auf irgendwelche Gleise gesetzt hat, dass einem gewissen Bushido die Mutter gestorben ist oder dass in Virginia (USA) ein Dieb Obamas Teleprompter geklaut hat, haben Sie nichts über die Ehrung eines Mannes erfahren, dessen Buch in Deutschland monatelang auf den Bestsellerlisten stand und eine hitzige kontroverse Debatte in diesem sonst so konsensbesessenen Land auslöste?

Zweitens: Wie kommt es, dass es zwar in dem kleinen Dänemark, nicht aber in dem großen Deutschland eine Gesellschaft für Pressefreiheit gibt – noch nicht einmal eine deutsche Sektion o.ä. der „International Free Press Society“? Statt dessen steht Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit, die alljährlich von den Reportern ohne Grenzen herausgegeben wird, inzwischen auf Platz 17 – hinter Tschechien und Jamaika (Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/pressefreiheit-deutschland).

Drittens: Was müsste geschehen, damit die deutsche Medienöffentlichkeit (einschließlich der demokratieabgabefähigen Tendenzbetriebe) wieder zu den publizistischen Grundsätzen zurückfindet, die ab 1973 selbstverständlich waren, bis vor einigen Jahren auf wundersame Weise die Trennung zwischen Nachricht und Meinung abhanden kam?

Meinungs- und Pressefreiheit gehören zu den größten Errungenschaften der Aufklärung, ihre Verankerung im deutschen Grundgesetz zu den wichtigsten Elementen der Bundesrepublik. So sehr es mich enttäuscht, dass Sarrin im eigenen Lande nach wie vor nach dem Motto „Halt’s Maul, Thilo“ behandelt wird, so froh stimmt es mich, dass unser kleines, oft belächeltes Nachbarland Dänemark uns auch hier wieder einmal Vorbild ist.

Verfasst von: leitkulturfreiheit | 8. April 2013

Margaret Thatcher, 13.10.1925 – 8.4.2013

Margaret Thatcher, britische Premierministerin von 1979 bis 1990, war für mich eine der letzten großen Persönlichkeiten in der Politik – eine Gestalterin, keine Taktikerin. Eine konservative Politikerin, die unbeirrt von zeitgeistigen Anfeindungen und Zumutungen ihren Überzeugungen treu blieb.

Der neue Rechtskonservatismus mit seiner entschiedenen Abkehr vom klassischen britischen Konservatismus und vom althergebrachten Stil der Tories, Politik zu machen, führte nach Beobachtermeinung nicht nur in der britischen Gesellschaft, sondern auch bei den europäischen Partnern des Landes und in der eigenen Partei zur Polarisierung. Zugestanden wird von Seiten der Geschichtsschreibung, daß manche als „hart“, „radikal“ oder „unmenschlich“ beschriebenen Maßnahmen der Thatcher-Administration notwendig waren, um Großbritannien aus der wirtschaftlichen Malaise herauszuführen.

(Quelle: http://de.metapedia.org/wiki/Margaret_Thatcher)

Trotz allem ist sie die bedeutendste Frau des 20. Jahrhunderts

(Quelle: http://www.freiewelt.net/blog-5221/die-eiserne-lady-%281925-2013%29.html)

1991 erhielt sie die Presidential Medal of Freedom, eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten.
Ich wünsche mir, dass sie viele Nachfolger im Geiste findet.

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